Neues Notfallseelsorge-Konzept im Lauenburgischen
In diesem Jahr bekommt der Kreis Herzogtum Lauenburg erstmals ein Notfallseelsorge-Konzept. Mehr als 50 Pastoren des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, Bezirk Lauenburg, übernehmen bis zu zwei Wochen im Jahr den Dienst. Wenn das Notfallhandy klingelt, wird es für sie ernst: Ob Unfall, Unglück oder das Überbringen einer Todesnachricht, die Theologen begleiten die Einsatzkräfte ab sofort und sind seelsorgerisch für Beteiligte, Angehörige und Helfer da. Koordiniert werden die Pastoren über das Jahr von Pastor Friedrich Seeliger. Frauke Eiben, Pröpstin im Bezirk Lauenburg des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, hat gemeinsam mit Seeliger das neue Notfallseelsorge-Konzept vorgestellt.
„Unser Notfallseelsorge-Konzept ist stark, weil 24 Stunden an 365 Tagen ein Pastor/eine Pastorin für ‚eine erste Hilfe für die Seele’ in Notfällen und Krisensituationen da ist“, beschreibt Pröpstin Frauke Eiben das neue Konzept.
„Diese Leistung ist nur miteinander umsetzbar. Unser Notfallseelsorge-Plan stützt sich nicht darauf, dass eine Person ständig erreichbar ist, sondern dass gemeinsam immer einer erreichbar ist.“
Was ein Notfall ist, entscheidet die Leitstelle in Bad Oldesloe. Der Bezirk Lauenburg ist in zwei Kreise aufgeteilt, den Nord- und den Südkreis. Die gedankliche Grenze bildet die Autobahn 24, die durch den Bezirk Lauenburg führt. Die Leitstelle Bad Oldesloe alarmiert bei Bedarf den Notfallseelsorger, der während seiner Dienstzeit rund um die Uhr erreichbar ist.
Die Seelsorger haben als „Handwerkszeug“ für diese Krisensituationen zum einen ihre seelsorgerische Ausbildung, zum anderen sind sie jüngst zum Thema geschult worden. Dazu hat sich der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg eine externe Fachkraft als Dozentin geholt: Erneli Martens ist Feuerwehrpastorin und leitet die Notfallseelsorge in Hamburg. Sie hat mit den lauenburgischen Pastoren zu unterschiedlichen Praxisfeldern der Notfallseelsorge an zwei Tagen gearbeitet.
Für die Notfallseelsorger selbst hat sich der Kirchenkreis auch etwas einfallen lassen: Während der Fortbildung überreichte Pröpstin Frauke Eiben den Pastoren eine gelbe Warnweste. Vorn ist das Logo des Kirchenkreises zu sehen, ein stilisiertes Kreuz. Auf der Rückseite steht der Bibelvers „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“ (Psalm 91,11).
„Dieses Segenswort soll die Notfallseelsorgenden begleiten und stärken“, sagt Frauke Eiben.
Jeder, und sei er noch so professionell ausgebildet, begegne einer Krise mit Herzklopfen. „Dass Gott uns nahe ist, und dass wir im Gebet Kraft und Trost finden, dafür steht das Psalmwort. Vielleicht ist es auch ein Mut- und Trostwort für alle, die es in einem Einsatz auf der Weste lesen. Für die Einsatzkräfte und für die Leidtragenden und Verletzten.“
Je eine Weste findet Platz in den beiden Notfallseelsorge-Rucksäcken. Darin enthalten sind ein Pieper, eine Adressliste der Pastoren sowie ein Leitfaden Notfallseelsorge. Aber auch ganz praktische Dinge, wie Taschentücher, eine Kerze und eine Bibel finden dort ihren Platz.
Frauke Eiben selbst übernimmt Rucksack und Handy für eine Woche.
„Ich bin dabei, weil wir als Pastorinnen und Pastoren im Bezirk Lauenburg diese Aufgaben miteinander tragen. Mir ist es wichtig als ein Zeichen in die Öffentlichkeit als Pröpstin präsent zu sein, aber auch für ‚meine’ Pastorinnen und Pastoren. Ich bin dabei und lasse mich in der eingetragenen Dienstzeit von einer Krise unterbrechen, mit Herzklopfen und Gottvertrauen“, so Eiben.

