Projekt vom 01. Mai 2011 bis 30. April 2012
Die Ev. – Luth. Kirche in Lübeck unterstützt in der 53. Aktion ‘Brot für die Welt’ das Projekt
Mutig gegen den Landraub
Argentinien
Im argentinischen Chaco, einer Region mit Trockenwäldern und Dornsavannen im Norden des Landes, machen skrupellose Vertreter der Agrarindustrie den indigenen Völkern ihr Land streitig. Mit Hilfe moderner Geoinformationssysteme und engagierter Lobbyarbeit verhilft der ‘Brot für die Welt’- Partner ASOCIANA (Acompanamiento Social de la Iglesia Anglicana del Argentina) den Indigenen zu ihrem Recht.
Eine Mitarbeiterin von ASOCIANA erklärt das Prinzip der Zerstörung des Urwaldes: ‘Es ist einfach: Sie roden mit schweren Maschinen, holen alle wertvollen Hölzer aus dem Wald und verarbeiten minderwertige zu Kohle.’ Alles Übrige scharren Bulldozer zu großen Haufen zusammen, Feuer erledigen den Rest. So wird Platz für Monokulturen wie Soja, Zuckerrohr oder die ölhaltige Färberdistel geschaffen – Erzeugnisse, die in den Industrieländern begehrt sind und satte Gewinne versprechen. Allein in der Provinz Salta im Nordwesten Argentiniens wurde im Jahr 2010 auf 637.000 Hektar Land Soja angebaut. Dies entspricht zweieinhalb Mal der Fläche des Saarlandes. Der Löwenanteil der Produktion geht nach China, aber auch Europa ist ein guter Abnehmer. Hier landet Soja als Futtermittel in den Trögen von Schweinen und Rindern – während im argentinischen Chaco jene hungern, denen das Land eigentlich gehört: die indigene Bevölkerung.
Im Norden Argentiniens sind Wichi, Toba, Guaraní und andere indigene Völker gemäß Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO die rechtmäßigen Besitzer des Waldes. Doch das kümmert die Herren der Agrarindustrie nicht. Durch die massive Abholzung ist die Ernährungsgrundlage der indigenen Völker – Jagen, Fischen, Früchte- und Honigsammeln - bedroht und das ökologische Gleichgewicht gestört. Quellen versiegen, der Grundwasserspiegel sinkt. Teure Bohrungen können sich die Indigenen nicht leisten.
Die kartographierten GPS-Daten und Luftaufnahmen, die ASOCIANA erstellt, sollen für einen Bericht an das Umweltministerium der Provinz Salta genutzt werden. Darin sollen die Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2008 belegt werden. Sie verbietet jegliche Rodung in der Region. Eine Kopie wird der Oberste Gerichtshof erhalten, der damals auf die Verfügung drang – seinerzeit ein großer Erfolg der Arbeit von ASOCIANA. Des Weiteren wird ASOCIANA mit Hilfe des Kartenmaterials eine Regelung zum friedlichen Miteinander der Kleinbauern und indigenen Völker anstreben. Auch hier gibt es einen Konkurrenzkampf.
Fotos: Florian Kopp
![]() |
![]() |
![]() |
Brot für die Welt unterstützt dieses Projekt über drei Jahre mit insgesamt € 245.268,00.
Wenn Sie helfen möchten:
Spendenkonto: Gemeindediakonie Lübeck e. V.
bei der Volksbank Lübeck BLZ 230 901 42 Konto 160015.16
Weitere Informationen unter www.gemeindediakonie-luebeck.de
Projekt Erntedankfest 2011
Die Ev. – Luth. Kirche in Lübeck unterstützt am Erntedanktag 2011 das ‘Brot für die Welt’ Projekt
Aufklärung ohne Tabus
Aidshilfe in Kenia
Immer noch infizieren sich in Afrika fast zwei Millionen Menschen pro Jahr mit HIV. Mit Offenheit und Beharrlichkeit will die Koptisch-Orthodoxe Kirche den weiteren Vormarsch der Pandemie stoppen. Erste Erfolge sind sichtbar, zum Beispiel in Kenia.
Ganzheitlicher Ansatz
Seit 1994 ist die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Kenia im Kampf gegen HIV und Aids aktiv. Das ‘Hoffnungszentrum’, eine 2004 auf dem Gelände der Bischofsresidenz in Nairobi eröffnete Klinik, bietet HIV-Infizierten und Aidskranken eine ganzheitliche Pflege und Behandlung. Mehr als 15.000 Menschen wurden hier bereits mit Aidsmedikamenten versorgt. Doch die Kopten engagieren sich nicht nur in Kenia. Auch in Tansania, Sambia, der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria sind sie aktiv. ‘Zu viele Menschen in Afrika sterben an Hunger und Aids. Dem stellen wir uns entgegen’, erklärt Bischof Paul, Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Kenia. Unermüdlich ist der 62-jährige Arzt und Theologe neben seinen seelsorgerlichen Diensten weltweit unterwegs, um Geld für die progressive HIV/Aids-Arbeit der Kopten einzuwerben. Mit den Spenden von ‘Brot für die Welt’ wird speziell die Beratungsarbeit der jungen Teams finanziert. Die treten in Schulen, Kliniken, Firmen und Gefängnissen auf – und bei Open-Air-Veranstaltungen z. B. in den Slums.
Gelebter Glaube
Bis auf Victorine Wambura und ihren Kollegen Andrew Okoth, beide Aidsberater der Koptisch-Orthodoxen Kirche, arbeiten alle Mitarbeitenden nur in Teilzeit. Sie verdienen nicht viel mehr als ein Taschengeld. Außerdem werden ihnen die Auslagen für Gespräche mit dem Mobiltelefon und die Fahrtkosten erstattet. Aber ums Geld geht es ihnen nicht, die jungen Leute handeln aus tiefer christlicher Überzeugung. Deswegen nehmen sie nicht nur regelmäßig an den Gottesdiensten und Gebetsstunden der Koptisch-Orthodoxen Kirche teil, sondern engagieren sich auch weit über das übliche Maß hinaus.
Victorine zum Beispiel pflegt weiterhin Kontakte zu Familien, die sie irgendwann einmal bei einer Beratung um zusätzlichen Beistand gebeten haben. So päppelte sie neun Monate lang einen Säugling auf, nachdem sie ihn bei einem Hausbesuch weinend in den Armen der toten Mutter vorgefunden hatte. Auf die Frage, warum sie sich stark macht für Menschen mit HIV und Aids, antwortet sie nachdenklich: ‘Meine Schwester wäre noch am Leben, hätten wir damals mehr über die Krankheit gewusst.’ Die junge Frau starb bereits vor sieben Jahren. Damals mussten die Aids-Medikamente noch selbst bezahlt werden.
![]() |
![]() |
![]() |
Brot für die Welt unterstützt dieses Projekt über drei Jahre mit insgesamt € 224.423,00.
Wenn Sie helfen möchten:
Spendenkonto: Gemeindediakonie Lübeck e. V.
bei der Volksbank Lübeck BLZ 230 901 42 Konto 160015.16







